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Herbert, Brian / Anderson, Kevin J.

Der Wüstenplanet - Die frühen Chroniken 1
Das haus Atreides

  • Autor:Herbert, Brian / Anderson, Kevin J.
  • Titel: Das haus Atreides
  • Serie:Der Wüstenplanet - Die frühen Chroniken 1
  • Genre:SF
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Heyne
  • Datum:00 -
  • Preis:24.00 DM

 
»Das haus Atreides« (Der Wüstenplanet - Die frühen Chroniken 1) von Herbert, Brian / Anderson, Kevin J.


Besprochen von:
 
Jörg Herberg
Deine Wertung:
(3.5)

 
 
Die Vorgeschichte zum Wüstenplanet wird hier erzählt und die
ein oder andere offene Frage geklärt. Alle späteren Charaktere
sind auch schon in diesem Buch zu finden. Natürlich alle jünger
und auch die einzelnen Intrigen sind bereits vorhanden oder im Entstehen
begriffen. Da sind die Harkkonen, die noch die Spiceförderung auf Arrakis
innehaben und ihre perversen Neigungen, sowohl auf sexueller Basis als auch
mental voll ausleben. Da sind die Fremen, die heimlichen Herrscher auf Arrakis,
die das Eingreifen der Harrkonnen immer zu sabotieren versuchen. Da ist
Pardot Kynes, der vom Kaiser nach Arrakis entsandt wird, um als Planetologe
den Planeten zu erforschen. Aber er wird ein Verbündeter der Fremen.
Da ist aber auch das Haus Atreides, mit dem jungen Herzogssproß Leto.
Dieser ist in diesem Buch, dem ersten von dreien, die eigentliche Hauptperson.
Leto wird nach Ix geschickt. Dort herrscht noch das Hause Vernius, das die
technische Majorität im bekannten Universum darstellt. Vernius und
Atreides sind sich gegenseitig aus Kriegszeiten verpflichtet und die Kinder
Leto und Rhombur sollen gemeinsam lernen und auch eine Freundschaft aufbauen,
wie ihre Väter.
Aber während Leto auf Ix weilt, wird er Zeuge einer brutalen Übernahme
des Planeten durch die galaktischen Genforscher, den Tleilaxu. Diese Überfallen
Ix aufgrund einer Intrige des Thronfolgers Shaddam, der alles daransetzt
sich auf den Thron durch Vatermord zu heben. Alles wird so dargestellt,
daß am Ende das Haus Vernius sogar noch geächtet wird. Die Kinder
des Herzogs können mit Leto nach Caladan, dem Planeten der Atreides
fliehen.
Dort kommt inzwischen der junge Idaho Duncan an, der einen unbändigen
Haß auf die Harkonnens hat. Er wird erst einmal Stalljunge bei Herzog
Atreides. Als dieser aber bei einem Stierkampf getötet wird, kann Idaho
den wahren Mörder helfen zu entlarven. Dadurch gewinnt er das volle
Vertrauen des neuen Herzogs Leto.Auch die Bene Geserit spielen bereits eine
gewichtige Rolle mit ihrem Zuchtprogrammen und deren Verfolgung mit allen
Mitteln.

Die beiden Autoren sind sehr unterschiedlich. Während Brian Herbert,
der Sohn des inzwischen verstorbenen Frank Herbert, hier in Deutschland
eigentlich völlig unbekannt ist, ist der zweite Autor Kevin J. Anderson
bereits hinreichend durch Romane im Star Trek-Universum bekannt. Und genauso
liest sich das Buch auch. Man erkennt sehr schnell, das sprachlich dieses
Buch stark von Anderson geprägt ist. Alles deutet auf ein Buch im Stil
der Star Trek-Bücher hin. Dieser Stil ist aber sehr gut lesbar und
hervorragend dazu geeignet, auch mal mehrere Stunden am Stück in diesem
Buch zu lesen.
Und das ist auch schwer nötig. Als diese Buch mich erreicht war ich
geschockt. Knapp tausend Seiten, über 80 Einzelkapitel und damit man
sich nicht damit in den Stadtpark trauen kann, weil es ein gutes Kilo wiegt.
Also durchaus ein Buch, was auf den ersten Blick abschreckt.
Aber ein gutes Buch. Ich war am Anfang nicht darüber begeistert, daß
jedes einzelne Kapitel wieder einen Sprung zu einem anderen Handlungsstrang
macht. Und davon gibt es insgesamt 6 (Leto und Rhombur / der kaiserliche
Palast / die Harkonnens / Pardot Kynes und die Fremen / die Tleilaxu / die
Bene Gesserit). Aber es war mehr als interessant zu sehen, wie sich langsam
die Handlungsstränge beginnen zu verbinden. Vielleicht hätte man
das Buch etwas anders gliedern können, aber es ist nach einer kleinen
Eingewöhnungszeit gut lesbar.
Ich jedenfalls habe das Buch genossen, wenn ich auch länger
dafür brauchte, las ich am Anfang dachte. Aber ich freue mich schon
auf die Fortsetzung dieses Buchs. Noch sind nicht alle Fragen im Bezug
auf den Wüstenplanet und das Spice geklärt.
Da das Buch etwas erschreckt und man sich daran gewöhnen muß,
bekommt es auf einer Skala von 1 - 10 von mir eine 7. Allen Wüstenplanetenfans
sei es ans Herz gelegt, da endlich lange gestellte Fragen eine Antwort
erhalten. Für interessierte Leser sei im Vorfeld aber der Wüstenplanet
empfohlen. Ohne den Konsum dieses Buchs, wird es schwer, das Haus Atreides
zu lesen.
 


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